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Syrien - als Land der Sonne


Schwäbische Zeitung vom 22.11.2017 | Café der Kulturen“ zeigt Film über geschundenes Land

„Wir wollen in diesem Film zeigen, dass es noch ein anderes Syrien gab und gibt, als das, was sich durch die Bilder des Krieges in so vielen Köpfen festgesetzt hat.“ – Dieser Vorsatz ist Olaa Faek und ihrem Team gelungen. Über 100 Zuschauer waren am vergangenen Freitagabend ins „Café der Kulturen“ im Haus St. Michael gekommen, um sich von der schon seit zwei Jahren in Isny lebenden Syrerin in ihre Heimat mitnehmen zu lassen.

Faek, die früher für das Fernsehen in ihrem Heimatland gearbeitet hatte, zeigt ein Land, das mit seiner abwechslungsreichen Topographie und den vielen alten Städten und Kulturdenkmälern Begeisterung und Sehnsucht weckt. Sie zitiert Alexander den Großen: „Jeder zivilisierte Mensch hat zwei Heimaten – sein Heimatland und Syrien.“ 

Doch es ist nicht nur die landschaftliche Schönheit und großartige Vergangenheit Syriens, auf die Faek selbstsicher verweist. Sie zeigt das Syrien vor dem Krieg als ein modernes und wirtschaftlich fortschrittliches Land, das sich, entgegen der oft herrschenden Meinung, durch besondere Vielfalt und Toleranz auszeichnete. „Wenn Sie gleichzeitig das ’Allah ‘akbar’ aus einem Minarett und christliche Kirchenglocken hören, wissen Sie, dass Sie in Syrien sind.“

Besonders stolz ist sie auf das hoch entwickelte Bildungssystem. „Die Syrer lieben die Wissenschaften. 2010 wurde in ganz Syrien gefeiert, dass jeder Syrer lesen und schreiben konnte. Dies wurde aufgrund des kostenlosen Bildungssystems erreicht“, berichtet Faek.

Die Gegenwart ist umso grausamer: „Nachdem die Konflikte in Syrien begonnen hatten, streckte die Hand des Grauens mit Verrat und Gewalt seine Finger nach Syrien aus. Daraus gingen die ganzen Extremisten hervor.“ Bilder der zerstörten Städte, Flüchtlingslager, Szenen auf dem Boot und schließlich die Ankunft in Europa sind auch den deutschen Zuschauern vertraut. Faeks Film endet optimistisch. „Die Syrer sind hoffnungsvoll. Sie lieben das Leben und sind kreative Menschen, die sich gut auf die jetzigen Gegebenheiten einlassen können, sie sind Überlebenskünstler“, lautet eine der Schlussaussagen. Nour Faek, der seine Mutter als Regieassistent unterstützt hat, bringt es so auf den Punkt: „Egal, was passiert ist. Das Leben muss einfach weitergehen.“

23.11.2017