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Kunsthandwerk von Asylbewerbern im Paul-Fagius-Haus


IsnyAktuell vom 29.03.2017 | Im Stephanuswerk wird in diesen Tagen fleißig genäht, gestrickt, geflochten.

Schließlich soll das Angebot breit gefächert sein beim Basar am Freitag, 31. März, in der Gotischen Halle im Paul-Fagius-Haus. Dort werden Asylsuchende und Kriegsflüchtlinge erstmals im Rahmen des „Cafés der Kulturen“ von 13.30 bis 18 Uhr handwerkliche und kunsthandwerkliche Gegenstände zum Verkauf anbieten.
Hassan und Abdulla zum Beispiel Körbe, die beiden Afghanen haben in ihrer Heimat schließlich den Beruf des Korbmachers erlernt. Jetzt sitzen sie seit Wochen in einem kleinen Raum in der Unterkunft im Stephanuswerk und verflechten Bast und Rohr in verschiedenste Formen. Neben ihnen sitzt Chadia und klappert mit den Stricknadeln. Auf dem Tisch neben ihr ist eine kleine Armada an BarbiePuppen aufgereiht, für die sie Kleidchen
gestrickt hat, dazu „Röckchen“ für Weingläser und anderes mehr. Sie komme aus „kurdisch Syrien“, erzählt Chadia, dort
habe sie als Handarbeitslehrerin in einer kleinen Werkstatt in ihrem Wohnviertel anderen Frauen unter anderem das Stricken beigebracht. Derweil darf Talal die Werkstatt bei Schuhtechnik Zwerger nutzen, um Lederwaren zu fertigen. Der Syrer ist gelernter Sattler und bekommt nicht nur einen Arbeitsplatz gestellt, sondern auch Material.
Sein Problem im Moment: Das Asylverfahren läuft noch, er darf keine Aufträge annehmen. Ebenso wie Wassim, ein gelernter Schneider, der im Stephanuswerk eine kleine Werkstatt eingerichtet hat und für die Kleiderkammer derzeit kleine Änderungen an Kleidungsstücken vornimmt. Was er sonst zu fertigen in der Lage ist, zeigt er am 31. März im PaulFagius-Haus. Gespannt sein dürfen die Besucher im Café der Kulturen auch auf die Malerei zweier weiterer Syrer: Ajal konzentriert sich als Hobbykünstler auf Bleistiftzeichnungen, wogegen Hagop in seiner Heimat eine künstleriche Ausbildung durchlaufen hat und in der Gotischen Halle seine Acrylmalerei vorstellen wird. Die Organisatoren vom „Café der Kulturen“, das Netzwerk Asyl und die Offene Behindertenarbeit (OBA) in Isny, verstehen den Basar als „Versuchsballon“, dem bei einem Erfolg am 31. März weitere Ausstellungen folgen sollen.

30.03.2017